Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der digital signage-Ausgabe 2 2026 auf Seite 10 bis 13.
Lesedauer: circa 4 Minute
Welche Display-Technologien setzen sich aktuell durch – und warum?
Dirk Koke, Geschäftsführer, Koke: „COB setzt sich im hochwertigen Indoor-Bereich durch und punktet mit höherer Robustheit, besserer Schwarzdarstellung, geringerer Blendwirkung und feineren Pixelpitches ohne empfindliche SMD-Oberflächen. SMD hingegen bleibt bei kostenorientierten Projekten oder größeren Pixelpitches relevant. MicroLED ist technologisch hochspannend, aber noch nicht flächendeckend wirtschaftlich im Projektgeschäft. LCD-Alternativen haben im kleineren Formatbereich weiterhin ihre Berechtigung, stoßen jedoch an ihre Grenzen, wenn es um Skalierbarkeit
und eine nahtlose Darstellung geht.“
Adrian Bond, Product Marketing Manager Bravia Professional Displays, Sony Europe: „Wir beobachten einen Übergang von SMD zu COB, der sich noch in einem frühen Stadium befindet. COB könnte aufgrund seiner Zuverlässigkeit und Ausgereiftheit, die es zu einer kostengünstigeren Lösung für Großbildschirme machen, an Bedeutung gewinnen.“
Robert Bergner, Head of Solution Sales, LG Electronics: „Spannend ist die Entwicklung rund um EPD, sprich Electronic Paper Displays. Mehrere Hersteller – wie auch wir – investieren intensiv in Forschung und Entwicklung, um die letzten technischen Limitierungen zu überwinden, die eine breite Marktdurchdringung bislang noch ausgebremst haben. Sobald diese Hürden genommen sind, wird EPD aufgrund seines extrem niedrigen Energieverbrauchs eine hochrelevante Alternative für bestimmte Anwendungsszenarien. Im LED-Segment setzt sich derzeit vor allem COB weiter durch – begünstigt durch einen signifikanten Preisverfall, der unter anderem durch Zwischentechnologien wie Micro-LED in Package ermöglicht wurde. Gleichzeitig bleibt die langfristige Reparierbarkeit vieler günstiger COB-Lösungen ein offener Punkt: Häufig lassen sich Module nur komplett austauschen, was über die Jahre zu sichtbaren Unterschieden in der Oberflächenhomogenität führen kann. Bei hochwertigeren COB-Systemen lassen sich LEDs einzeln gezielt reparieren, während die gealterten Schutzschichten erhalten bleiben und das Gesamtbild langfristig homogen bleibt. SMD-LED bleibt dennoch ein dominanter Standard: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr attraktiv, die Reparaturkosten sind niedrig, und die Technologie hat ihren Wert über viele Jahre hinweg in tausenden Installationen bewiesen.“
Welche Rolle spielen integrierte System-on-Chip-Lösungen gegenüber externen Media Playern?
Dirk Koke: „SoC-Lösungen sind für viele Standardanwendungen im Filialbetrieb wirtschaftlich und technisch sinnvoll, da sie durch ihre geringere Komplexität Fehlerquellen reduzieren. Externe Player bleiben relevant für komplexe Szenarien mit interaktiven Anwendungen, Multi-Content-Szenarien und speziellen Performance-Anforderungen. Es geht allerdings weniger um ‚entweder oder‘ als um eine differenzierte Systemarchitektur je nach Projektgröße.“
Adrian Bond: „SoC-Lösungen können eine wichtige Rolle dabei spielen, wenn es darum geht, die erforderliche Hardware, die Anzahl der Fehlerquellen und den entsprechenden Gesamtstromverbrauch einer Installation zu reduzieren. Gleichzeitig bieten SoC-Architekturen ein hohes Maß an Integrationsfähigkeit.“
Robert Bergner: „Integrierte SoC-Lösungen gewinnen im Digital-Signage-Umfeld rasant an Bedeutung, weil moderne Plattformen in den vergangenen Jahren enorme technologische Fortschritte gemacht haben. Moderne SoC-Hardware ist speziell für den 24/7-Einsatz entwickelt und optimiert Stabilität, Energieverbrauch, Sicherheit und Langlebigkeit. Externe Media-Player verursachen hingegen zusätzliche Kosten, erhöhenden Installations- und Wartungsaufwand und können je nach Betriebssystem und Absicherung ein unnötiges Sicherheitsrisiko darstellen. Gleichzeitig hat sich die Content-Produktion weiterentwickelt: Inhalte lassen sich heute effizienter und ressourcenschonender erstellen und laufen in der Regel problemlos auf aktuellen SoC-Systemen. Auch das Thema Geräteüberwachung profitiert durch SoC: Die enge Verzahnung von Sensorik und Betriebssystem ermöglicht eine zuverlässige, detaillierte und normenkonforme Überwachung – ein wichtiger Pluspunkt für Betreiber von großen Netzwerken.“
Die Fragen stellte Regina Pawlowski.

